Klassenvorschrift

One Design - Klassenvorschrift- Avance 36

Beschlossen und genehmigt am 7.4.1984 durch die Avance 36 Klassenvereinigung.

1. Auflage

  1. Die Avance 36 ist eine Einheitsklasse.
    Änderungen sind nicht erlaubt, weder an Rumpf, Deck und Kiel, noch im Gewicht, Gewichtsverteilung, Ruderform und Segelriss. Alle Boote müssen in Übereinstimmung mit der Klassenvorschrift und der Baubeschreibung gebaut sein.
    Darüber hinausgehende Änderungen sind nicht erlaubt, es sei denn, sie sind ausdrücklich in diesen Regeln erwähnt, oder in den offiziellen Bauplänen oder Baubeschreibungen. Im Zweifelsfall entscheidet die Klassenvereinigung, die sich nach den Orginalplänen richten soll.
  2. Verwaltung

    2.1 Sprachen
    Die Offizielle Sprache dieser Klassenvorschrift ist Deutsch. Die Klassenvorschrift wurde so weit wie möglich aus der englischen Fassung übersetzt, wobei das Wort soll als muß übersetz wurde.

    2.2 Verwaltungsbehörde
    Zuständig für diese Klassenvorschrift ist die Klassenvereinigung Avance 36 am Bodensee.

    2.3 Lizensierte Hersteller
    Yachten der Klasse können nur von Herstellern gebaut werden, die eine Lizenz der Werft Avance Yacht in Zusammenarbeit mit Peter Norlin haben.
  3. Meßbriefe
    In den internationalen Vorschriften ist eine Erstellung des Meßbriefes durch die Bauwerft im Kaufpreis enthalten und vorgesehen. Da dies jedoch beim bisherigen Schiffsbestand nicht geschehen ist, bleibt es der Klassenvereinigung Bodensee vorbehalten, entweder durch die Werft nachträglich solche Meßbriefe ausstellen zu lassen , oder ein Ersatzpapier zu schaffen.
  4. Segelnummer
    Als Segelnummer der Yachten kann sowohl eine Nummer der Avance Klassenvereinigung gefahren werden , als auch eine gültige IOR- Numme
  5. Verantwortung des Eigners

    5.1 Wenn die Klassenvorschrift einen Meßbrief zur Pflicht macht, ist es auch Vorschrift, daß diese Dokument während der Regatta an Bord mitgeführt wird.

    5.2 Erlangung eines Zertifikates
    Die Klassenvereinigung legt die Verfahrensweise, wir ein Meßbrief erstellt werden kann, gegebenenfalls fest.

    5.3 Eigentümerwechsel
    Bei Eigentümerwechsel wird diese Zertifikat ungültig. Der neue Eigentümer kann eine Verlängerung des Zertifikates beantragen, wenn er selbst erklärt und eine Erklärung des Voreigners beibringt, daß an der Yacht nach der Ausstellung des ursprünglichen Zertifikates keine Veränderungen vorgenommen worden sind.

    5.4 Verantwortung
    Der Eigner ist dafür verantwortlich, daß seine Yacht mit diesen Vorschriften übereinstimmt.

    5.5. Reparaturen
    Bei Großreparaturen wird das Vermessungszertifikat ungültig, es sei denn, eine Nachvermessung erfolgt, die die Herstellung des ursprünglichen Zustandes wieder bestätigt.

    5.6 Vermessung
    Die Klassenvereinigung bestimmt die offiziellen Vermesser

    5.7 Toleranzen
    Toleranzen in diesen Regeln sein nur insofern erlaubt, als sie kleine Baufehler und Verformung und Alterung zulassen. Die Regen sollen nach dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit ausgelegt werden. Im Zweifelsfall ist der Vermesser verpflichtet, darüberhinausgehende Abweichungen der Klassenvereinigung zur Entscheidung vorzulegen.

    5.8 Zusätzliche Vermessung
    Der Vermesser kann zusätzliche Vermessungen durchführen, um sich zu überzeugen, daß die Konstruktion und Bauweise den Klassenvorschriften entspricht.

    5.9 Segel
    Alle Segel müssen vermessen sein. Und erhalten einen Vermessungsstempel.

    5.10 Vermessungsvorschriften
    Wenn in diesen Regeln nicht anders vorgeschrieben, sollen die IOR und IYRU- Vorschriften Anwendung finden. 
     
  6. Konstruktions- und Vermessungsvorschriften

    1.Die Negativform für Rumpf, Deck, Kiel und Ruder muß aus der Urform abgenommen sein und muß hinsichtlich Toleranzen mit der Urform übereinstimmen. Es darf keine Änderung an dieser Form vorgenommen werden. Der Rumpf muß aus Glasfaserverstärktem Kunststoff gebaut sein. Die Anordnung der Einrichtung und der Stringer müssen dem Orginalplan entsprechen. Etwaige Abweichungen davon können, wenn sie diesen Regeln entsprechen, von der Klassenvereinigung genehmigt werden. Grundlage ist der Bauplan von 1976. Änderungen dieser Einrichtung, die offensichtlich das Ziel einer Erleichterung des Ausbaus habend, sind nicht erlaubt. Die Position der Gasflasche ist nicht vorgeschrieben. Es kann, abweichend vom Orginalplan, ein anderes Kochsystem verwendet werden; es muß jedoch in funktionstüchtigem Zustand sein. Die Deckform muß der Orginalform entsprechen. Die Anbringung der Beschläge ist freigestellt. Der Einbau der Innenschale ist vorgeschrieben.
    Zum messen des Rumpfes können einzelne Meßsstationen festgelegt werden.

    6.2 Kiel
    Material. Der Kiel muß mittels der Orginalform aus Gußeisen gegossen sein.
    Das Gewicht des Kieles beträgt 2600kg +-50kg.
    Der Kiel kann zu seinem Schutz überzogen sein. Das Kielgewicht gilt für den fertigen Kiel.

    6.3 Ruder
    Konstruktion Das Ruder muß in Übereinstimmung der offiziellen Pläne gebaut sein. Der Rudersaft ist in den offiziellen Plänen fixiert. Die Ruderpinne und Ausleger sind freigestellt.
    Das Ruder besteht im Blatt aus GFK und die Welle aus nichtrostendem Stahl und muß am Skeg befestigt sein.

    6.4 Mast
    Material: Der Mast soll aus einem strangengepreßtem Aluminiumprofil bestehen. Die Mindestabmessung des Mastes soll längsschiffs 174mm und querschiffs 113mm betragen. Das Aluprofil soll mind. 3,2mm Wandstärke haben. Toleranzen, die durch das Ziehen des Mastprofiles entstehen, sind erlaubt. Einschnitte in diesem Profil für Beschläge und Segeleinführung sind erlaubt.
    Der Mast muß unverjüngt sein bis zum Mass „I“, die Segelkiep kann unterhalb des Großbaumes abgeschnitten sein. Die Verjüngung am oberen Ende muß kontinuierlich durchgeführt sein. Das Mindestmaß der Verjüngung im Top beträgt 90mm querschiffs und 115mm längsschiffs. Der Mast darf nicht permanent gebogen sein. Ausschnitte im Mast für Fallen und Beschläge sind erlaubt. Die Segelmasse sollen mit Vermessungsbändern gekennzeichnet sein. Position 1 = Unterkante P=1,36m +- 5cm oberhalb der Sheerline, Position Band 2 (P) ist 13,60 m oberhalb von Band 1 und Position 3, oberes Ende I 12,13m über Scheerline.
    (I=12,02 + 4% Breite = 0,11=12,13m).
    Die Position des Mastes ist in den Bauplänen fixiert.   

    6.5 Takelage
    Die Takelage muß aus 1x19 – Drähten o.ä. bestehen. Rod ist nicht erlaubt. Mindestdurchmesser der Ober- und Unterwanten ist 7mm, die Fallen, sowie Vor und Achter- und Backstuben sind freigestellt. Die Salinglänge von der mittschifsslinie aus gemessen muß 1000mm mindestens sein. Mindestvorschrift ist: 1 Vorstag, 1 Unterwant, 1 Oberwant, 1 Saling, 1 Achterstag und 1 Backstag je Schiffsseite. Der Vorstag greift am Punkt „I“ an. Die Anbringung der Spinnakerrolle bzw. Umlenkung ist auf Punkt I höchstens 5cm höher erlaubt.
    Die Position der Vorstag-Püttings muß den Orginalplänen entsprechen.
    Das Maß „J“ ist auf 3,80m festgelegt.
    Das Maß „E“ ist beträgt 4m.
    Das Großsegel muß innerhalb der Meßmarken gefahren werden.
    Am Großbaum ist die Meßmarke Band 4 zur Festlegung des Maßes E=4,0m anzubringen. 

    6.6 Großbaum
    Der Großbaum besteht aus einem stranggepressten Aluminiumprofil. Die Abmessungen betragen minimum 90 x 130 mm incl. Kiep.
    Der Großbaum kann nach vorne und hinter verjüngt sein.
    Am Großbaum muß eine Reffvorrichtung vorhanden sein. 

    6.7 Spinnakerbaum
    Die Länge des Spinnakerbaumes beträgt in Übereinstimmung mit der IOR-Regel 3,80m. Die höchste Position in der der Spinnaker gefahren werden darf beträgt 1,5 m über Vermessungsband 1.

    6.8 Segel

    a)Die Segel müssen den IYRU- Segelvorschriften und den IOR- Vorschriften, sowie den KRVaB- Vorschriften entsprechen. Die Segelnummern müsse den IOR- Vorschriften entsprechen, oder sie können darüber hinaus von der Klassenvereinigung festgelegt werden.

    b)Das Großsegel muß nach IOR vermessen werden, entsprechend P= 13,60m und E= 4m. Es ist während einer Regatta-Serie nur der Gebrauch eines Großsegels erlaubt. Es Kann ein zweites Großsegel nach Antrag bei der Wettfahrtleitung zugelassen werden, wenn das Orginal-Großsegel irreparabel zerstört ist

    c)Vorsegel Es sind ma. 3 Vorsegel erlaubt. Von diesen 3 Vorsegeln muß eines als Schwerwettervorsegel mit max. 110% J ausgelegt sein. Darüber hinaus ist eine Sturmfock zusätzlich erlaubt. Die Vorsegel müssen den IOR-Vorschriften entsprechen. LPG max. 1,5J = 5,70m. Die Sturmfock muß den IOR- Vorschriften entsprechen.

    d)Spinnacker Es sind maximal 2 Spinnaker erlaubt. Die Maximalmaße sind :SL12,70m SMW 9,12m SF = 7,60m. Ansonsten gelten auch hier die IOR Vorschriften. Als Spinnakerersatz ist ein Booster oder Blister erlaubt, wenn er innerhalb der Maximalmasse ist. 

    6.9 Maschine
    Der Einbau eines Dieselmotors ist vorgeschrieben. Das Mindestgewicht beträgt 90 kg. Das Maschinengewicht soll nach IOR ermittelt werden. Um den Unterschiedlichen Bauausführungen gerecht zu werden ist einerseits ein Saildrive anderseits aber auch eine Maschine mit herkömmlicher Propellerwelle und Wellenbock erlaubt.
    Ausführungen ohne Wellenbock müssen von der Klassenvereinigung extra genehmigt werden. Es sind sowohl Falt- als auch Verstellpropeller erlaubt. Der Mindestduchmesser des Propellers solle sein: 350mm.
    Dimensionierung der Maschine
    Die Maschine muß so ausgelegt sein, daß sie das Erreichen einer Mindestgeschwindigkeit von 5kn garantiert.
    Der Motor muß in einer Position im Motorraum gemäß Plan installiert sein. 

    6.10 Gewicht
    Das Yachtgewicht inkl. funktionstüchtigem Herd, Polster, Tisch, Rettungsausrüstung, Batterien, Mast, Takelage, ohne Kraftstoff, ohne Wasser, ohne Rettungsinsel, segelfertig mit Segel darf Nicht weniger als 5,1 Tonnen betragen.
    Zur Kontrolle dieses Gewichtes legt die Klassenvereinigung Freibordmaße an Bug und Heck fest.

    6.11 Weitere Vorschriften
    Die Methode, wie man Achterstag, Backstag usw. spannt ist freigestellt. Eine hydraulische Spanneinrichtung ist erlaubt in Übereinstimmung mit den IOR-Regeln. (am Vorstag ist eine Hydraulische Spannvorrichtung verboten).
    Ein fester oder Hydraulischer Großbaumniederholer ist erlaubt. Elektronische Einrichtung ist freigestellt.
    Der Rumpf darf vom Eigner nur zur Oberflächenverbesserung an Kiel und Schale bearbeitet werden. 

    6.12 Decksbelag
    Als Decksbelag ist ein Teak vorgeschrieben. Die Mindeststärke des Belages ist 8mm. Will eine Yacht an Regatten der Klassenvereinigung teilnehmen, so muß das fehlende Gewicht durch gleichmäßig verteilte Ausglichsgewichte unter Deck hergestellt werden.

    6.13 Anzahl der Segel an Bord
    Es darf nur die maximale Anzahl der Segel während einer Regatta an Bord sein. 

    6.14 Schwimmarken
    Die Klassenvereinigung kann die Einbringung von Schwimmarken beschließen.

    6.15 Rennbesatzung ist nicht vorgeschrieben

    6.16 Sicherheitsvorschriften
    Es gelten die Sicherheitsvorschriften der KRVaB am Bodensee. 

    6.17 Haftung
    Die Klassenvereinigung schließt jede Haftung, die auf diese Vorschriften zurückzuführen ist aus.

    Anhang Grossegel:

    Grossegel-Masse
    P = 13600 mm (Messmarke am Mast)
    E = 4000 mm   (Messmarke am Baum)
    Max. Achterliek 14350 mm (Sehnenlänge)
    Max. Kopfbrettbreite ink. Liektau exkl. Rutscher = 160 mm HB = 0.04 E) 

    Mittelbreiten:
    Das Großsegel wird im Achterliek gefaltet, zuerst mit der Vorderkante des Kopfbrettes auf das Schothornende. Dabei ergibt sich die Mitte des Achterlieks. Von diesem Punkt aus wird dann das kleinste Mass bis zum Vorliek ( inkl. Liektau, exkl. Rutscher des Grossegels gemessen. Dieser Vorgang wiederholt sich noch einmal von der Mitte der oberen Hälfte des Grossegelachterlieks und der unteren Hälfte des Grossegelachterlieks.

    Dies ergibt folgende Mittelbreiten:
    MGO = 1598 mm (MGU = 0,28 E+0,016 P + 260mm )
    MGM = 2669 mm (MGM = 0,5 E+0,022 P + 370mm )
    MGL = 3450 mm

    Alle oben angeführten Masse sind Maximalwerte, die nicht überschritten werden dürfen.

    Segellatten:
    Maximal sind 4 Durchgehende Segellatten erlaubt.
    Mindestabstand vom Kopfbrett bis zur oberen Latte:
    BLP min. = 2720 mm (BLP = 0,2 P)Die 4 Segellatten sollten das Achterliek in ungefähr 5 gleiche Teile aufteilen. Das Achterliek muss eine
    kontinuierliche Form aufweisen. Ausbuchtungen oder Beulen an den Messpunkten sind verboten.

    Segeltuch:
    Als Segeltuch darf ausschliesslich Dacron verwendet werden. Kevlar und Mylar sind verboten. Dies gilt auch für Verstärkungen.

    Mindesttuchgewucht:
    250 gr /qm
    Alle Masse sind als Maximalabmessungen (Ausnahme BLP gilt als Mindestmass) zu verstehen und in diesem Sinne verbindlich für die Teilnahme an Klasse-Regatten bzw. für Regatten wo nach den Klassenvorschriften bewertet wird.

    Es darf nur das offizielle Klassenzeichen gefahren werde. Es kann bei der Klassenvereinigung angefragt werden.

    6.2. 1992
    der Vorstand der Avance 36 Klassenvereinigung